Tösstaler Dogtrekking

 

Ein Dogtrekking in der Schweiz, da konnte ich nicht nein sagen. Organisiert von Martin und Jasmin das konnte nur ein Erfolg werden.

 

 

Donnerstag reiste ich bereits an und schlief vor Ort im Auto. Morgens bekam ich ein Frühstück bei den beiden. Die Zeit bis zu meinem geplanten Start nutze ich um alle meine sechs Hunde einzuspannen und ein wenig auszulasten. Glaubt niemals Einheimischen, wenn sie sagen das man dort lang fahren kann.

Sollte bei euch die Frage im Kopf auftauchen: „ist er da wirklich mit den Hunden runter? “, lautet die Antwort: „JA“.

Heile beim Campingplatz angekommen versorgte ich alle meine Hunde mit Wasser und checkte mein Gepäck ein letztes Mal vor meinem Start.

 

 

Kurz nach eins ging es dann mit meinen beiden Dogtrekker Hunden Taiga und Kotori los in die Schweizer Berge.

Der erste Anstieg lies mich bereits ahnen was auf uns zukommen sollte. Da wir drei alle nicht wirklich im Training standen wusste ich dass es nicht leicht werden sollte.

Den ersten Abzweig verpasste ich bereits und verlor so gleich meine erste halbe Stunde, bis der Schaden wieder behoben war.

Der Weg schlängelte sich an einem netten Bach entlang, der in der Sonne glitzerte.

Beim ersten Checkpoint war eine Höhle zu erkunden, in der es angenehm kühl war.

Auf die Kühe, die an jeder Ecke standen regierten meine Begleiter zwar neugierig, aber sie liefen brav daran vorbei.

 

Beim dritten Checkpoint konnte man den Blick so richtig schweifen lassen, die Aussicht war genial. Immer wieder beeindrucke mich der weite Blick über die Berge der Schweiz.

Im Hintergrund war oftmals das Maistätische Hochgebirge rund um Glarus zu sehen.

Über den Hörnli, dessen Aufstieg einen weiteren Kräftezehrenden Teil bedeutete ging es weiter bis zur Gaststätte Huftegg.

Es wurde bereits dunkel und der Hunger überkam mich. Gemüse mit Pommes für mich und Kalbshufe für die Hunde stand auf unserem Speiseplan.

Ein kleines Mädchen unterhielt mich wärend meiner Mahlzeit und löcherte mich mit Fragen zu meinen beiden Hunden. Angst verspürte sie keine.

Aber streicheln lies ich sie die beiden nicht, da sie ruhe brauchten um sich zu erholen und gerade eh am Knabbern waren.

 

 

Mit Kopflampe auf dem Kopf zogen wir weiter zum Schnebelhorn wo mein vierter Checkpoint lag. Der starke Wind dort oben war sehr laut und ich zog nach einer kurzen Verschnaufpause weiter. Die Müdigkeit überkam mich und die bisher zurückgelegten Höhenmeter hinterließen auch ihre Spuren.

Ich baute mein Biwak Platz auf und wollte noch einmal über meine Karte schauen, als ich plötzlich bemerkte dass diese nicht mehr zu finden war. Ich benachrichtigte Jasmin umgehend und frage sie ob sie Maria und Martina eine mitgeben könne, "die beiden werden mich bestimmt noch überholen im Laufe der kommenden Strecke".

Ich versuchte ein wenig zu schlafen, als mich um kurz vor zwei Bernd überraschte. Wir schrien uns an auf den paar Metern die wir auseinander Standen, anders wäre bei dem Wind keine Kommunikation möglich gewesen.

 

 Ich: „Bernd, du musst mir helfen, ich habe meine Karte verloren und ich müsste mal von deiner ein Foto machen“.

 Bernd: „ ich habe eine zweite Karte einstecken“.

In dem Moment dachte ich, dass er zufällig eine zweite einstecken hatte, weil er auch schon öffters eine verloren hatte.

Er überreichte mir die Karte und zog nach einer kurzen Unterhaltung weiter.

Bernd war für mich bei diesem Trekking der Held des Tages.

 

 

Ich bekam kein Auge mehr zu und raffte ich mich aus meinem warmen Schlafsack, nach einer guten halben Stunde später raus und lief weiter.

Ich bog einmal falsch ab und so ging ich eine ganze Weile parallel zu dem richtig Pfad.

Nachdem ich meinen Fehler bemerkte war es die schnellste Möglichkeit um auf den Richtigen Weg zu kommen ein Tal abseits des Weges zu queren.

Das tat ich auch, es ging allerdings so steil hinunter, dass ein Gehen nicht mehr möglich war. Ich rutschte im Dunkeln mit zwei Hunden am Bauch den Abhang runter und kam unten dreckig und voller Erde an Händen und der Kleidung an. Man das machte irgendwie Spaß.

 

Weiter ging es und so langsam waren die ersten Lichtstrahlen am Horizont zu sehen.

Die mir bevorstehende Steigung entpuppte sich als die härteste auf dieser Tour.

Sie war Kraftraubend und Steil.

Oben angekommen genoss ich den Ausblick und aß ein paar Müsliriegel.

 

So marschierte ich mit neuer Kraft weiter. An einer engen Passage, sah ich Maria und Martina auf der anderen Seite des Weges bereits.

Nach ein paar weiteren Stunden überholten die beiden mich und ich hing mich für ein kurzes Stück hinten dran.

Um die Mittagszeit genoss ich auf einer Alm die Aussicht und verspeiste frische Originale Schweizer Käsespätzle.

Die Höhenmeter nagten an mir und meinen Hunden, die sich in den Pausen immer schnell hinlegten und schliefen.

Die Zeit schritt rasend fort und ich spielte bereits mit dem Abbruch des Trekkings.

 

Bis kurz vor Bachtel, wo der vorletzte Checkpoint zu holen war konnte ich mich noch Quälen, bis ich Mental aufgab. Kotori und Taiga begrüßte meine Entscheidung mit einem Müden blick und waren froh über meinen Entschluss.

 

Resultat, mit Verlaufen: ca. 85km und 4900hm ca. 30 Stunden Trailzeit.

 

 

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Jasmin und Martin für das schöne Wochenende bedanken, welches noch lange in meiner Erinnerung bleiben wird.

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0